Prävention

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Zu den Präventions-Zielen


Wie kann man Essstörungen vorbeugen?

Es ist ein Fehler, zu denken, Essstörungen seien allein dadurch zu vermeiden, dass man seinen Kindern von klein auf beibringt, auf gesunde Nahrungsmittel zu achten, langsam zu essen und sich während des Essens doch bitte schön auf seinen Teller und nicht auf das Smartphone zu konzentrieren.

Sicher, Eltern, die ihrem Nachwuchs ein gutes Essverhalten vorleben, sind ein Geschenk für das Kind, einen Rundum-Schutz können sie dadurch aber nicht gewährleisten.

Wir leben in einer auf Perfektion getrimmten Welt, „höher, schneller, weiter“ lautet die Devise und wer nicht mithalten kann, stürzt auf der gesellschaftlichen Erfolgsleiter schnell mal ein paar Stufen hinunter.

Kinder und Jugendliche der heutigen Zeit sehen sich häufig mit der Erwartungshaltung (gesellschaftlich, familiär, persönlich) konfrontiert, irgendetwas Spektakuläres aus sich machen zu müssen, um auf der Schiene des Lebens wenigstens halbwegs in der Spur bleiben zu können. Bereits im Kindergarten erwerben sie erste Fremdsprachenkenntnisse, gehen mit vier ins Ballett, mit fünf in den Musikverein und spätestens gegen Ende der Grundschulzeit zeichnet sich ab, welcher Junge eventuell das Zeug für einen Stammplatz in der deutschen Nationalelf haben könnte.

Sitzen diese Kinder zuhause vor dem Fernseher oder klicken sich durchs Internet, finden sie sich in einer photogeshoppten Bilderbuchwelt wieder, in der man mit scheinbaren Makeln nur schwer einen Platz in der ersten Reihe ergattern kann.

Natürlich sind auch Erwachsene diesem Druck ausgesetzt und nicht selten wird Essen (oder dessen Verweigerung) als Ventil genutzt, diesen Druck abzulassen. Das trifft besonders dann zu, wenn man sehr früh „gelernt“ hat, dass Nahrungsmittel ganz wunderbar zum Trösten, Freuen, Bestrafen und damit zum Ausdruck jeglicher Emotionen genutzt werden können.

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Ganzheitliche Ziele

Der Mensch ist ein viel zu komplexes Geschöpf, als dass wir Körper, Seele und Geist getrennt voneinander betrachten könnten.

Stellen wir uns ein Mobile vor, das aus vielen einzelnen Teilen besteht. An jedem davon hängt ein Weiteres und alle zusammen sorgen für Symmetrie und Gleichgewicht. Wenn du nun auch nur ein einziges Bestandteil entfernst, gerät das ganze Mobile in Schieflage, es wird wild umherwackeln und sich völlig neu ausrichten müssen. Irgendwann wird es zwar wieder still in der Luft hängen, die ursprüngliche Ordnung bleibt aber nach wie vor gestört.

Bei uns Menschen ist das nicht viel anders, deshalb zielt eine gute Präventionsarbeit auf die unterschiedlichen Bereiche unseres ganz persönlichen Lebens-Mobile ab.

Neben einem verantwortungsvollen Umgang mit unseren Lebensmitteln und einem guten Verständnis für die Vorgänge in unserem Körper, gehört dazu vor allem Folgendes:

► Stärkung des Selbstvertrauens / Selbstwerts
► das Hinterfragen von Schönheitsidealen
► Beleuchten der Medien
► gute Streitkultur / gutes Konfliktmanagement
► Kommunikationsfähigkeit
► Emotionen spüren und ausleben
► realistische Körperwahrnehmung
► Selbstliebe

Großes Potential steckt in der Arbeit mit (etwa gleichaltrigen) Gruppen, die sich im Rahmen eines mehrteiligen Workshops mehrmals treffen aber auch Vorträge zu einzelnen Teilbereichen können hilfreiche Impulse bieten. Mittlerweile gibt es auch online allerhand Möglichkeiten, sich auszutauschen und einen ersten Schritt aus dem Schatten ins Licht zu machen.

RMK

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