Skills

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Betroffene psychischer oder psychosomatischer Erkrankungen, die schon einmal eine Therapie gemacht habe oder sich im Alleingang um eine Verbesserung ihrer Situation bemüht haben, wird der Begriff Skillsammlung nicht fremd sein – solch eine Sammlung möchte ich hier ebenfalls zusammentragen.

Skills sind Maßnahmen, auf die man zurückgreifen kann, wenn man spürt, dass man Gefahr läuft, in weniger gute Verhaltensmuster zurückzufallen oder sich sonstwie „neben der Spur“ fühlt. Ursprünglich „auf den Markt“ kamen sie als Notbremse bei selbstverletzendem Verhalten (SVV) – aber auch bei Essstörungen, in erster Linie Bulimie und Binge Eating, kann man sich mit solchen, für gewöhnlich einfachen Mitteln, unter Umständen aus einer Gefahrensituation retten.

Ähnlich, wie du bei Heißhunger möglichst schnell etwas Essbares haben möchtest, solltest du deine persönliche Skillsammlung immer ohne große Umwege erreichen und für dich nutzen können, das kann eine Tasche sein, eine Plastikbox, die du immer bei dir hast oder was auch immer.

Natürlich wäre es ideal, wenn du in einem solchen Moment in der Lage wärst, zu hinterfragen, was der aktuelle Auslöser ist, warum du gerade jetzt denkst, du müsstest den ganzen Inhalt deines Kühlschranks auf einmal in dich hineinstopfen, dich verletzen oder was auch immer – was also ist kurz zuvor geschehen, welchen Hunger versuchst du zu stillen?

Ich weiß, dass das nicht immer möglich ist, Mittel der Wahl ist in solchen Fällen schlicht und ergreifend Ablenkung, deine Gedanken und (destruktive) Energie auf etwas anderes umlenken.

Was als hilfreich empfunden wird, ist total unterschiedlich.

In eine solche Tasche, Box, Kiste kann alles rein, was niemand sonst auf dieser Welt positiv empfinden muss, außer der wichtigste Mensch in deinem Leben: DU!

  • Einige Beutel Lieblingstee
  • Teelichter (Feuerzeug nicht vergessen)
  • Ein Rätselheft
  • Dein Lieblingsbuch
  • Lieblingsmusik (z. B. auf nem Stick oder auch nur ne Erinnerung an eine bestimmten Spotify-Liste), Hörbücher, etc.
  • Positive Affirmationen
  • Eine Liste von allem, was du bisher erfolgreich gemeistert hast
  • Zuckerfreie Kaugummis / Bonbons
  • Hunde-, Katzen-, Tiercontent
  • Eine Sammlung der beklopptesten Flachwitze
    Lachen ist die beste Medizin, heißt es ja immer und weißt du, warum das stimmt? Es gibt einen engen Zusammenhang, zwischen deinem Gefühlsleben und deiner Gesichtsmuskulatur. Ob du dich nun gerade traurig fühlst, oder sonstwas, probier es einfach mal aus und lächle vor dich hin – du wirst spüren, dass deine emotionale Schieflage sich plötzlich etwas verändern wird, also such nach Dingen, die dich zum Lachen bringen.
    Stell dich in nem miesen Moment mal vor den Spiegel und grins dich an. Wirst dich vermutlich dabei bescheuert fühlen, aber das tust du ja eh schon, also was soll`s. Das funktioniert (bei mir zumindest). Und wenns nur ist, weil du die Situation so lächerlich grotesk empfindet.
     
  • Zettel mit Telefonnummern lieber Menschen und auch der Telefonseelsorge.
  • Fotos von Partner / Haustier / Kinder / Mama / Papa / dir selbst (wenn du dir darauf gefällst!) Vielleicht vergisst du mal, dass du es wert bist, ein erfülltes und glückliches Leben zu führen – sollte es Menschen geben, für die du Verantwortung hast oder die du in deinem Herzen trägst, kann es dir eventuell helfen, dich in schwierigen Momenten an genau diese Menschen zu erinnern.
  • Sprich deine Sinne an. Pack dein Lieblingsparfum in die Kiste, Zimt, einen Igelball, Wärmepflaster, Kuscheltier – der Inhalt ist nur für dich. Wenn du etwas Positives damit verknüpfst, ist genau der Zweck erfüllt, der erfüllt werden soll.

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Richtig, richtig klasse wäre es, wenn du dir angewöhnen könntest, ein Dankbarkeits-Tagebuch zu führen. Einfach abends hinsetzen und mal überlegen:

WAS WAR HEUTE SCHÖN?

Wofür kann ich heute dankbar sein? Hier geht es nicht um irgendwelche weltverändernden Besonderheiten, ganz im Gegenteil, es geht um alltägliche Kleinigkeiten, über die du dich hast freuen können. Das kann der knuffige Hund sein, den du beobachtest hast, als er sich auf der Wiese gewälzt hat, die Sonnenstrahlen die dein Gesicht gestreichelt haben, ein nettes Wort, das du gesagt bekommen hast oder auch schlicht und ergreifend, dass du es geschafft hast, dich aus dem Bett zu wälzen und deiner Arbeit nachzugehen – was auch immer.

Wenn du jeden Abend drei Kleinigkeiten notierst (sie vielleicht noch mit Funkel-Aufklebern oder sonstwas verzierst), wirst du in Momenten, in denen du mal wieder denkst, alles sei scheiße und dein Leben ein einziger Scherbenhaufen, einen wahren Schatz in Händen halten, in dem du blättern und dir ins Gedächtnis rufen kannst, dass es doch jede Menge Schönes in deinem Leben gibt.

Im Übrigen richten wir unser Unterbewusstsein auf diese Weise in eine wirklich gute Richtung aus. Wir sagen ihm, dass wir uns auf die positiven Dinge konzentrieren möchten und dein Unterbewusstsein, als treuer Diener deiner Gedanken, wird sich alle Mühe geben, dir mehr von dem zu präsentieren, wonach du „suchst“. Es wäre kein bisschen verwunderlich, wenn du nach kurzer Zeit immer mehr dieser schönen Momente bemerken würdest und der Raum, der für Negatives bleibt, immer kleiner würde.

  • Du kannst natürlich auch Dinge unternehmen, die dir gut tun, dich in die Badewanne legen, einen Hund aus dem Tierheim Gassi führen, Sport machen, Yoga, in die Bücherei gehen, eiskaltes Wasser über die Arme laufen lassen (speziell bei SSV-Tendenzen) etc.
  • Für die Spiegel-Übung fühlt man sich vielleicht nicht immer stark genug, aber vielleicht kriegst du`s ja hin, dich anzuschauen, DICH, nicht nur deinen Bauch, deine Beine, die Oberarme, etc. Dich als Mensch. Und deinen Körper als seinen faradayschen Käfig.
    – Was tut dein Körper Gutes für dich?
    – Ist es nicht faszinierend, dass er noch immer funktioniert?
    – Deine Beine … Wenn du sie auch nicht schön finden kannst, kannst du sie gut finden? Nützlich? Wertvoll? Wie alles andere an dir auch?

Das sind nur ein paar Anregungen, die dich persönlich gar nicht ansprechen müssen. Du wirst andere Dinge finden, die dir ein gutes Gefühl vermitteln oder dich ablenken können.

Sich hinzusetzen und sich eine solche Sammlung zusammenzustellen, kann enormen Spaß machen. Und vielleicht fühlst du dich mit dem Wissen, jederzeit nachschauen zu können, wenn dein Verstand grade Sendepause hat, ja ein bisschen sicherer. Allein das kann manchmal schon ein wertvoller Aspekt sein.

FÜHL DICH GEDRÜCKT!

RMK

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